Ökumenischer Bibelsonntag
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Von Herrn Ludwig Jansen stammte die Anregung, den ökumenischen Bibelsonntag zu nutzen, und uns den Schatz „Bibel“ mit Hilfe einiger kostbarer Ausgaben sichtbar vor Augen zu führen. So wurden in den Gottesdiensten am 29. Januar 2012 einige besondere Bibeln vorgestellt.
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Frau Erika Drotschmann brachte ein Neues Testament mit, das vor 1929 gedruckt worden ist. Frau Drotschmann sagte dazu:
„Es befindet sich in Besitz meiner Mutter und stammt von ihrer Urgroßmutter. Es wurde seinerzeit meinem Großvater zur Konfirmation im März 1929 geschenkt. Irgendwann werde ich dieses Neue Testament erben. Es hat auch wunderschöne Bilder.
Leider hat man seinerzeit in die Familienchronik, die sich im Anfangsteil befindet, nichts hinein geschrieben, sondern nur eine Widmung.
Ich kann mich aber an meine Kindheit so weit erinnern, dass meine Großmutter, also die Mutter meiner Mutter, dieses schöne große Buch oft aufgeschlagen und darin gelesen hat. Sie hat mir auch manchmal vorgelesen und die schönen Bilder gezeigt."
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Die nächste Bibel gehört der Familie Jansen. Frau Adelheid Pöpping stellte sie vor:
„Es war im Jahre 1968 als Herr Jansen einem befreundeten Bauern half, eine Abstellkammer auszuräumen. Der Unrat türmte sich etwa einen Meter hoch. Es war unglaublich, was alles ans Tageslicht kam. Darunter auch diese Bibel aus dem Jahre 1860, gedruckt in Dresden mit 240 Bildern im Nazarenerstil.
„Was soll ich damit machen?" fragte Herr Jansen den Bauern. „Auf den Hänger und ab in den Müll“, so der Bauer. „Das mach ich nicht. So was wirft man nicht weg“, entgegnete Herr Jansen. „Dann nimm sie doch mit. In meinem Alter brauche ich keine Bibel.“
Zuhause reinigte Frau Jansen die sehr verschmutze Bibel vorsichtig mit einem Feinwaschmittel. Und sie gab ihr einen würdigen Platz.
"Wenn man abends so mal sitzt, dann lesen wir manchmal drin", sagt Herr Jansen.
Mir ist für die Bibel schon viel Geld geboten worden. Auch von unserem frühren Pfarrer Meyer. Wir geben sie aber nicht mehr weg. Man hat eben Sachen, an denen man wirklich hängt.“
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Es war ein großer Glückfall, dass uns der Direktor der Hildesheimer Dombibliothek, Herr Heinrich Bepler, ein Faksimine des Evangeliars Heinrich des Löwen ausgeliehen hat.
Herzog Heinrich lies es für den Marienaltar der Braunschweiger Stiftskirche St. Blasii anfertigen.
Es gilt als das Hauptwerk der romanischen Buchmalerei des 12. Jahrhunderts in Norddeutschland und entstand in der Benediktinerabtei Helmarshausen im Harz.
Es wurde am 6. Dezember 1983 im Londoner Auktionshaus Sotheby’s für 32,5 Millionen D-Mark für Deutschland ersteigert.
Bis zum Erwerb einer Handschrift des Leonardo da Vinci durch Bill Gates im Jahre 1994 war es das teuerste Buch der Welt.
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Der Albani-Psalter stammt ebenfalls aus unserer Dombibliothek. Es ist ein Hauptwerk englischer, romanischer Buchmalerei. Er entstand im 12. Jahrhundert in der Abtei St. Alban in Hertfordshire. Hauptinhalt sind die Psalmen, dazu das altfranzösische Lied des Alexis und ein liturgischer Kalender. Sein Bildprogramm umfasst mehr als vierzig ganzseitige Miniaturen, verschiedene Heiligendarstellungen sowie kunstvolle Schmuckmalereien, darunter über 200 gold verzierte Initialen.
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Das Evangeliar in Walsrode ist das kostbarste liturgische Buch unserer Gemeinde.
Der Erwerb dieses Nachdrucks erfolgte im Jahre 1987 durch eine nur dafür bestimmte, private Spende.
Es kommt an Hochfesten, z.B. zu Weihnachen, zu Ostern und zu Pfingsten und ausnahmsweise auch heute in Gebrauch.
Das Original stammt aus dem 13. Jahrhundert und gehörte dem Benediktinerkloster Groß Martin in Köln. Seine Illustrationen gehören zu den schönsten der niederrheinischen Buchmalereien.
Die Schatzkammer des Königlichen Museums in Brüssel verwahrt das Original.
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- Fotos: Wolfgang Herforth - |
Die letzte Bibel schließlich wurde uns von der Evangelischen Schwestergemeinde in Bomlitz ausgeliehen und so vorgestellt:
„Es ist eine Lutherbibel aus dem Jahre 1671. Sie liegt immer auf dem Altar der Ev. Pauluskirche. Sonst ist sie nicht weiter in Gebrauch. Deshalb kann man sie auch nicht schließen und nur mühevoll umblättern. Man kann diese alte Schrift kaum lesen. Keiner weiß mehr, wie lange sie sich im Besitz der Gemeinde befindet. „Sie liegt aber immer da“, so Frau Pastorin Holtin, „damit wir immer vor Augen haben, dass Gott in unserer Mitte ist. Wo Gottes Wort verkündet wird, dort ist Gott.“
Im Anschluss an den Gottesdienst bestand die Möglichkeit, die Bibeln aus nächster Nähe zu betrachten. Es gab einen regen Austausch.
Eine Bibel wird nicht dadurch kostbar, dass sie einen hohen materiellen und künstlerischen Wert darstellt, sondern dadurch, dass wir sie lesen, als Wort des lebendigen Gottes annehmen und versuchen, danach zu leben. Die ausgestellten Bücher haben uns daran erinnert.
Wir bedanken uns bei den bereits oben genannten Damen, bei Frau Annelotte Puschmann und Herrn Wolfgang Puschmann, bei Herrn Diakon Klaus Hartwig und seiner Frau Cornelia, bei Frau Mechthild Exner – Herforth, bei den Herren Horst Hamann, Manfred Beckmann und Herrn Timm für die Vorstellung der Bibeln.
Weitere Fotos hier:
















